Von rechts gelesen – Sendung 36 – Tolkien und »Der Herr der Ringe«

Der Herr der Ringe gehört zu den zehn meistverkauften Büchern aller Zeiten. John Ronald Reuel Tolkien hat jedoch nicht nur eine Trilogie geschrieben, er hat mit Mittelerde einen Kosmos erschaffen, der hinsichtlich seiner Komplexität, seines mythischen Gehalts und seiner Fülle fraglos seinesgleichen sucht. Tolkien war ein literarischer Schöpfer.

Doch Tolkien war auch Katholik, »Reaktionär« und »Traditionalist«. Grund genug für Volker Zierke und Philip Stein, J. R. R. Tolkien politisch abzuklopfen.

5 Gedanken zu „Von rechts gelesen – Sendung 36 – Tolkien und »Der Herr der Ringe«“

  1. Es wurde im Laufe des Podcasts deutlich, dass betont darauf geachtet wurde, Tolkien nicht „stumpf“ zu vereinnahmen. Ich finde das in Ordnung und es passt zu Tolkiens „reaktionären“ Stil, dass er am Ende des Tages mit seinen anglo-katholischen Ansichten einfach von der Welt in Ruhe gelassen werden wollte. Aber gerade hier tun sich krasse Konfliktlinien nicht nur zur infernalen Konsumgesellschaft des 21. Jahrhunderts auf, sondern auch zu all den zig Tausenden linksgerichteten Normies oder gewissen neuen Linken (Natascha Strobl fällt mir da spontan ein), die Tolkien gerne für sich einspannen wollen und dabei die Gehirngymnastik aufbringen, all das Konservative zu ignorieren oder -wenn das nicht klappt- „zu problematisieren“, also zu Unkenntlichkeit dekonstruieren (wo man sich schon fast fragen muss, ob diese Leute Tolkien eigentlich überhaupt mögen oder nur so tun als ob) oder teils-teils gleich beides zu tun. Unnötig zu erwähnen, dass von Tolkien dabei am Ende nicht viel übrig bleibt.

    Die Amazon-Serie wird in diese Richtung gehen. Alle Zeichen deuten darauf hin. Wie man bereits erfahren hat, nutzt Amazon eine nur für IQ40 Personen missverständliche Beschreibung eines Hobbit-Stammes, der „dunklere Haut“ hat als die Hobbits des Auenlandes als Rechtfertigung für den Einsatz von schwarzafrikanischen, asiatischen und Maori-Hobbits. Ich kann meine Verachtung für diese seelenlosen superreichen Gigacorps, die dabei „Achtung und Respekt vor der Vorlage“ heucheln kaum in Worte fassen.

    Die Klarstellung, die dazu mahnt, die Sache mit Franco und Tolkien nicht zu überhöhen, ist auch willkommen. Betont sei aber dennoch: Tolkien hat sich mit dieser klaren Feindschaft zu den Spanischen Republikanern in ein Abseits gestellt in seinem akademischen Milieu, das dank der damals schon auf Hochtouren laufenden Propaganda-Maschinerie auf links gepolt war. Es ist Tolkien hoch anzurechnen, dass er sich nie für den Zeitgeist verbogen hat. Seine Mutter hat da eine große Vorbildrolle für ihn eingenommen. Sie konvertierte gegen alle Widerstände in England zum katholischen Glauben und nahm dafür auch familiäre und soziale Ächtung im Kauf, was auf ihre Söhne einen starken lebensbestimmenden Eindruck machte.

    Die Sache mit Tolkien und den Zwergen: Die sind tatsächlich von gewissen Leuten inspiriert. Tolkien hat dies einmal ganz frank und frei in einem Interview bekundet. Dazu muss man anmerken, dass Tolkien nun einmal ohne schlimme Hintergedanken Kind seiner Zeit war und er die Zwerge zum anderen keinesfalls einseitig negativ zeichnet, sondern ambivalent. Zwerge sind ganz klar ersichtlich auch zu Großem fähig. Analog zu seiner Darstellung der Hobbits, die ja nicht nur heldenhaft ist und auch ihre etwas ländliche Provinzialität und Naivität zu Tage fördert.

    All diese Apelle gegen eine zu sehr an den Haaren herbeigezogene „Instrumentalisierung“ Tolkiens zum Trotz: Sein Traditionalismus bringt ihn in krassen Gegensatz zu den heutigen dominierenden politischen Strömungen. Dies wird besonders deutlich, wenn man Tolkiens Briefe liest. Hier zeigt sich, dass der Professor Kritiker all jener Tendenzen seiner Zeit war, mit denen wir uns – nun hundertfach potenziert- herumschlagen müssen. Er erklärte sich sogar zum Gegner der Globalisierung und ihre Eigenschaft der global homogenization, die er bereits damals heraufdämmern sah. Es ist sehr deutlich, im welchen Lager Tolkien heute zu finden wäre – das progressive ist es nicht.

  2. Katholisch, stets am zuhören und akribisch am mitschreiben was die giftige Otternbrut, die im Finstern schleicht und im Verborgenen sticht, an Häresien hier so von sich gibt.

    Was das katholische England betrifft:
    Die englische Literatur war gerade in der ersten Hälfte des 20. Jh. stark katholisch geprägt. C.S. Lewis, G.K. Chesterton, Evelyn Waugh, Graham Greene, T.S. Eliot: Schriftsteller, englisch, katholisch und konservativ.

    Betreffend der Neuinterpretation:
    Grundsätzlich spricht nichts gegen eine solche. Problematisch wird es allerdings dann wenn es zum Etikettenschwindel kommt.
    Was Tolkien erarbeitet hat, ist einfach faszinierend und großartig.
    Wenn sich dann aber Einer/s+*{}hinsetzt um beispielsweise das Gilgameschepos mit Blödheiten zu infizieren und es dann noch immer als das „Gilgameschepos“ verkauft, wird es problematisch. Grüße gehen raus ans Regietheater!

    Neben den martialischen Schlachten und epischen Ansprachen ist wohl die Szene im zweiten Film (der beste Film) am ergreifendsten wie Sam auf Frodo in Osgiliath einredet.
    Auch das Gespräch zwischen Gandalf und Galadriel bei den Elben, als die Frage danach kommt „warum Bilbo“, im ersten Hobbitteil, fand ich sehr ansprechend.

    Wobei hier natürlich nochmals erwähnt werden muss, die Bücher sind einfach nicht zu schlagen, schon aufgrund ihrer Sprachgewalt. Hier Lieblingsszenen zu nennen, würde einfach jeglichen Rahmen sprengen.

    Gott mit Euch!

  3. Vielleicht eine Ergänzung zu den Hobbits: Diese können im Auenland nur ihr idyllisches Dasein leben, weil an ihren Grenzen die Waldläufer wirken und sie vor den Gefahren der Welt abschirmen. Natürlich wissen die Hobbits davon nichts und die Waldläufer sind selbst- oder illusionslos genug, um ihre Aufgabe still und ohne jede „Verwertung“ in Geld oder Prestige auszuführen.

    „Die kleinen Leute ahnten nicht, dass sie von den Abkömmlingen der großen Menschengeschlechter, den Dunedain, jahraus, jahrein behütet und abgeschirmt wurden.„

    Im Übrigen hat Tolkien ja schon „damals“ die Umwertung der Werte erkannt, wie David Engels es ja auch herausarbeitet. Das freut mich persönlich sehr.

  4. Bitte gerne mehr über Tolkien, dessen Hauptwerk „ Der Herr der Ringe“ geradezu eine „2. Bibel“ für jeden echten Freiheitskämpfer, jenseits von linksliberalen Ideologien, darstellt. Gerade in dieser Zeit, in der so gut wie alles an das Menschen jemals geglaubt haben auf den Kopf gestellt wird, eine tröstende und lehrreiche Lektüre, sowie ein geradezu unerschöpflicher Quell der Inspiration.

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