Tellkamp, Rochedy, Kaiser und die AfD

Vergangene Woche strahlte der deutsch-französische Fernsehsender Arte eine neue Dokumentation aus, in der auch unser Autor Julien Rochedy eine erhebliche Rolle spielt. Der vielsagende Titel des öffentlich-rechtlichen Machwerks: »Feindbild Frau«. Ich erspare Ihnen eine Zusammenfassung des Inhalts. Der Name ist Programm.

Von Nietzsche zu Tellkamp

Gleichwohl ist klar: Es ist (fast) immer gut und hilfreich, wenn den eigenen Autoren oder Ideen Platz in den »großen Medien« zukommt. Und die öffentlich-rechtlichen Medien sind – Stichwort »Frankfurter Buchmesse« – immer ein Aufmerksamkeits- und Umsatzgarant. Ob die Damen und Herren Journalisten das unter ihrem »Kampf gegen rechts« verstehen? Was die »Feminismus-Debatte« auf Arte mit Julien Rochedy und vor allem Friedrich Nietzsche zu tun hat, kann hier nachgelesen werden.

Frauenfeind Julien Rochedy? Wohl kaum …

Dass Journalisten (hin und wieder) auch noch anders können, zeigt hingegen die ebenfalls kürzlich erschienene Dokumentation über den Dresdner Autor Uwe Tellkamp, der mit Der Schlaf in den Uhren seinen lang erwarteten Roman vorgelegt hat. Sie alle dürften wissen, wer Tellkamp ist und welche Diskussion er ausgelöst hat (oder über ihn ausgelöst wurde?). Kurzum: Die neue Tellkamp-Doku ist ein interessantes und sehenswertes Stück Zeitgeschichte. Klare Empfehlung!

Kaiser, CasaPound und die AfD

Apropos neue Bücher: Kurz vor dem Bundesparteitag der AfD, vor sich dem »liberale Kräfte« mehr mit dem Kampf gegen die eigenen Leute als gegen den politischen Widersacher beschäftigen, meldet sich Benedikt Kaiser mit einer kleinen, aber feinen Schrift zu Wort: In Die Partei und ihr Vorfeld erweist sich Kaiser als strategischer Kopf, der den Blick fürs Detail und das große Ganze ebenso beherrscht wie den lernenden Blick auf politische Gegner.

Seine Devise lautet: Souverän ist, wer Bedingungen und Grenzen der Kooperation selbst setzt und sich nicht vom Verfassungsschutz und Presse diktieren lässt; wer eine arbeitsteilige patriotische Mosaik-Struktur schafft, die sich auf allen Ebenen professionalisiert; wer sich nicht daran orientiert, was die Gegner von einem denken mögen, sondern sich für die Interessen der eigenen Leute stark macht – und wer dabei »Distanzeritis« und mangelnde Solidarität als so lästige wie lähmende Phänomene überwindet.

Was zu tun wäre und was zu unterbleiben hat: Kaiser wagt einen scharfsinnigen Aufschlag und startet die Diskussion!

Neben dem brandneuen Büchlein von Kaiser haben wir noch weitere Titel in unser speziell für Sie ausgewähltes Programm aufgenommen: So etwa den Bewegungs- und Kultroman Wer gegen uns? von Domenico Di Tullio, dem Anwalt der italienischen Bewegung CasaPound. Ich empfehle Ihnen diesen Roman vor allem im Dreiklang mit John Hoewers EuropaPowerbrutal und Sachar Prilepins Sankya. Diese drei Romane ergänzen sich perfekt!

Literarisch kommen außerdem die zwei wertvollen Bücher (hier und hier) von Richard Millet, Laurent Obertones »Horrorszenario« Guerilla sowie einige weitere Titel hinzu. Hier kann gestöbert werden!

Im Juli geht es, liebe Leser, auch bei uns mit spannenden Neuerscheinungen weiter. Als nächstes: die politischen Reiseberichte von Pierre Drieu la Rochelle. Siebdruck, Leinenumschlag, Kartenmaterial, Erstübersetzung … hat was, oder? Vorbestellung sind ab nächster Woche möglich!

(Autor: Philip Stein)

[Bildquelle/Titelbild: Suhrkamp Verlag]

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